Im Frühsommer 2003, 50 Jahre nach Sendebeginn, zieht die „Deutsche Welle“ von Köln nach Bonn, 2018.

Deutsche Welle

Zentrale des deutschen Auslandssenders
seit 2003

Der als Abgeordnetengebäude geplante „Schürmann-Bau“ wird während der Bauarbeiten 1993 von einem Hochwasser beschädigt. Angesichts des bevorstehenden Berlin-Umzugs lässt ihn die Bundesregierung zu einem hochmodernen neuen Funkhaus der „Deutschen Welle“ umbauen.

Kurz vor dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 entstehen im Regierungsviertel der provisorischen Hauptstadt Bonn verschiedene Neubauten wie der spektakuläre neue Plenarsaal des Bundestages, der 1987 begonnen wird, die Bundeskunsthalle mit Grundsteinlegung im Oktober 1989 oder auch das Haus der Geschichte, dessen Bau im September 1989 beginnt.

Luftaufnahme mit Blick auf den Rohbau des "Schürmann-Baus" im Bonner Regierungsviertel
Nach dem Hochwasser von 1993 beschließt der Bund, den „Schürmann-Bau“ nicht abzureißen, sondern in veränderter Form für die „Deutsche Welle“ fertigzustellen, 1997.

Dazu zählt nicht zuletzt auch der „Schürmann-Bau“, der nach den Kölner Architekten Margot und Joachim Schürmann benannt ist: Neben dem „Langen Eugen“ soll ein weiteres Abgeordnetengebäude entstehen. Die ersten Baumaßnahmen beginnen 1989 – sechs Jahre nach dem zugehörigen Architektenwettbewerb.

Ein Bundestagsbeschluss ermöglicht nach der deutschen Einheit den Weiterbau. In der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 1993 überschwemmt der Rhein den Rohbau und richtet Schäden in Millionenhöhe an. Was später in Form einer Trophäe als „1993er Weihnachtshochwasser“  aus den Kellerräumen des Schürmann-Baus in Flaschen abgefüllt erhältlich ist, beschädigt die Fundamente so stark, dass der Weiterbau des Gebäudes in Frage steht.

Nach langen Diskussionen fasst das Bundeskabinett am 11. Oktober 1995 den Beschluss, den Bau nicht abzureißen, sondern in veränderter Form für die „Deutsche Welle“ fertig zu stellen. Entsprechende Sanierungsarbeiten beginnen 1997. Im Frühsommer 2003 zieht der deutsche Auslandssender, der vorher in Köln beheimatet ist, im „Schürmann-Bau“ ein. Er hat eine Bruttogeschossfläche von 160.000 Quadratmetern. Die Architektur greift mit ihren weißen Kuben und langen Kanten Stilelemente des Bundeshauses auf.