Ab 1955 ist dies der Sitz der französischen Botschaft, 1999.

Botschaft der Französischen Republik

1955–1999

Der einfache Zweckbau wird 1950 für das französische Hohe Kommissariat errichtet. Mit Inkrafttreten der Pariser Verträge 1955 beendet die Alliierte Hohe Kommission ihre Arbeit und das Gebäude wird zur Botschaft. Nach dem Abriss im Jahr 2011 entstehen hier Wohnungen.

363 Ostvertriebene müssen im Sommer 1949 schlagartig ihre Notunterkunft im „Hotel Dreesen“ am Rhein verlassen: Mitarbeiter der amerikanischen, britischen und französischen Hochkommission sollen in dem Gebäude unterkommen, weil das für die Dreimächte-Verwaltung vorgesehene „Hotel Petersberg“ noch nicht bezugsfertig sei.

Im September 1949 zieht allerdings nur das französische Hochkommissariat in das renovierte, von Jugendstil-Stuck und Türmchen befreite  „Dreesen“ ein.

Westlich des Hotels lassen die Franzosen 1950 ein Bürohaus errichten und schlagen dem Hotelier, dem die Grundstücke gehören, im Jahr darauf den Bau eines weiteren Gebäudes vor – im Gegenzug könne das „Dreesen“ den Betrieb dann wieder aufnehmen: „Eine wundersame Mischung aus höflichem Entgegenkommen und rücksichtsloser Erpressung“, so hat der Historiker Helmut Vogt den Vorschlag genannt.

Als das Hotel Dreesen im November 1952 tatsächlich wiedereröffnet, scheint das Besatzungsstatut überwunden: Die USA, Großbritannien und Frankreich haben mit der Bundesrepublik im Mai einen Vertrag geschlossen, der auf die Souveränität für den deutschen Weststaat hinauslaufen soll.

Allerdings tritt der Deutschlandvertrag erst 1955 in aktualisierter Fassung in Kraft. Aus den Bauten des französischen Hochkommissariats wird nun die französische Botschaft. Die hier und in der Residenz des Botschafters auf Schloss Ernich in Remagen verrichtete Arbeit steht immer mehr im Zeichen der deutsch-französischen Annäherung, die 1962 zu wechselseitigen Staatsbesuchen von Bundeskanzler Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle führt und 1963 in den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag mündet.

Dessen Abschluss ist so wenige Jahre nach Kriegsende ein riesiger Schritt. Noch von Februar 1944 bis März 1945 waren im „Dreesen“ etwa hundert französische Generäle interniert – sowie Marie-Agnès Cailliau, Widerstandskämpferin und Schwester von Charles de Gaulles. Nach dem Abriss der Botschaft 2011 entsteht auf dem Gelände ein Appartement-Komplex, der sich als letzte Erinnerung an die französische Prägung des Ortes „Rhein Entrée“ nennt.