In das 1907 fertiggestellte Haus Carstanjen zieht 1950 das "Bundesministerium für die Angelegenheiten des Marshall-Plans", 1997.
Seit 1996 nutzen die UN-Organisationen das Schloss, 2000.

Haus Carstanjen

Sitz des "Bundesministeriums für die Angelegenheiten des Marshall-Plans"
1950–1957

Mit dem „European Recovery Program“ trägt die US-Regierung von 1948 bis 1952 zum Wiederaufbau des kriegszerstörten Europas bei. Die junge Bundesrepublik gründet für Angelegenheiten des „Marshallsplan“ eigens ein Ministerium.

Das kleine Schloss, das sich der Kölner Bankier und Zuckerfabrikant Adolf Carstanjen in den Jahren bis 1907 auf dem Gelände eines alten Gutshofs bauen lässt, ist einer der Blickfänge am Rhein. In ihm ist ab 1950 das „Bundesministerium für die Angelegenheiten des Marshall-Plans“ untergebracht, dessen Büros sich ab 1949 an unterschiedlichen Orten wie dem Museum Koenig befanden.

Der Name des Ministeriums verweist auf das US-amerikanische Hilfsprogramm für Europa, das US-Außenminister George C. Marshall 1947 vorstellt und das ein Jahr später anläuft. Bis 1952 unterstützt dieses Programm den Wiederaufbau in Westeuropa mit Krediten und Waren, Rohstoffen und Lebensmitteln. George C. Marshall erhält für die Initiative 1953 den Friedensnobelpreis in Oslo.

Von den insgesamt bereitgestellten 12,4 Milliarden Dollar des „European Recovery Programs“ fließen 1,5 Milliarden Dollar nach West-Deutschland. Als das Programm ausläuft, ändert das von Franz Blücher geleitete Ministerium den Namen in „Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit“, ab 1957 heißt es „Bundesministerium für den wirtschaftlichen Besitz des Bundes“ und bei seiner Auflösung 1969 „Bundesschatzministerium“. Anschließend geht es im Bundesministerium der Finanzen auf, dessen Zentrale sich seit 1951/52 an der Rheindorfer Straße im Bonner Norden befindet.

Seit 1996 nutzen die in Bonn ansässigen UN-Organisationen den Gesamtkomplex. Der moderne Anbau hinter dem Schloss, geplant unter Mitwirkung des Kanzlerbungalow-Architekten Sep Ruf, stammt aus den späten 1960er-Jahren.