Das Gebäude dient der Bundesregierung seit 1956 als Ort ihrer Öffentlichkeitsarbeit, um die Bürger über die Arbeit der Regierung zu informieren, 2014.

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

seit 1956

An der Welckerstraße entsteht mit dem „Presse- und Informationsamt der Bundesregierung“ nach 1954 eines der wenigen Gebäude in Bonn vor dem Baustopp von 1956. Es informiert die Öffentlichkeit über die Regierungspolitik und die Regierung über die Presseberichterstattung im In- und Ausland.

Die Gründung eines Presse- und Informationsamts der Bundesregierung ist wenige Jahre nach dem Ende des Hitler-Regimes, das auf Propaganda- und Presselenkung setzte, eine diffizile Angelegenheit. Konrad Adenauer selbst formuliert seine Vorstellungen bereits im Sommer 1949: „'ne neue Goebbels brauchen und wollen wir nicht; aber einen wirksamen Apparat mit einem presseerfahrenen Mann an der Spitze – das muß sein, und zwar recht bald.“

Schwarz-weiß-Fotografie mit Menschen in einem Büro, die an Schreibtischen mit Schreibmaschinen sitzen.
Beim Staatsbesuch des KPdSU-Chefs Leonid Breschnew arbeiten die Mitarbeiter im Pressezentrum des Bundespresseamts Bonn auf Hochtouren, 22. Mai 1973.

Im Oktober 1949 lässt er ein Presse- und Informationsamt einrichten, das die Regierung und den Bundestag über die Presseberichterstattung im In- und Ausland und die Öffentlichkeit über die Regierungspolitik informieren soll. Auch Adenauers „Teegespräche“ mit handverlesenen Journalisten, die vom Frühjahr 1950 bis zum Ende seiner Amtszeit 1963 stattfinden, werden vom Amt organisiert.

Seinen Sitz hat dieses Amt zunächst in der Drachenfelsstraße in einer Jugendstilvilla nahe des Bundeshauses sowie einige Monate später im dritten Stock der Ermekeilkaserne.

Die ersten Mitarbeiter sind persönlichen Erinnerungen zufolge eine „bunt zusammengewürfelte Truppe“ aus „zufällig nach Bonn verschleppten ehemaligen Beamten und Bediensteten des Auswärtigen Amts, Angehörigen der einstigen Nachrichtentruppe der aufgelösten Wehrmacht, von den Nationalsozialisten aus ihren Redaktionsstuben verjagten Journalisten und pressebeflissenen Neuankömmlingen“. Bekanntestes Gesicht des Amtes ist der Journalist Felix von Eckardt, Bundespressesprecher von 1952 bis 1955 sowie von 1956 bis 1962.

In den Jahren 1954 bis 1956 entsteht westlich des Bundeshauses ein fünfgeschossiger Neubau mit großem Parkplatz. Die Pläne stammen vom Bonner Architekten Dirk Denninger, der gemeinsam mit seinem Vater Wilhelm auch für die Stadthalle in Bad Godesberg verantwortlich ist. Das Gebäude im Regierungsviertel ist heute weiterhin Bonner Dienstsitz des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung.